Impuls


Pfingsten - eine innere Haltung

Drei Schritte zum Verständnis des Heiligen Geistes:

 

Leere

Wenn ich den Heiligen Geist empfangen will, wenn ich von ihm erfüllt werden möchte, muss ich ihm Platz einräumen, muss ich leer sein.

Martin Luther hat es so ausgedrückt: Gottes Natur ist, dass er aus nichts etwas macht. Wenn wir etwas sind, dann sind wir schon belegt und nicht mehr frei. Wer nicht festgelegt ist auf bestimmte Vorstellungen, wie der Heilige Geist wirken soll, wie ich ihm begegnen kann, der ist leer und damit ein nichts, aus dem Gott etwas schaffen kann. Ansonsten ist die Gefahr groß, dass ich ihn übersehe, weil ich - um im Bild zu sprechen - Sturmesbrausen und Feuerzungen erwarte, wo Gottes Geist doch ganz anders wirkt.

 

Stille

Wir müssen leise werden, denn Gottes Geist ist leise. Er will mich nicht überreden oder gar überwältigen. Die Apostelgeschichte führt ein Brausen an, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt. Ganz anders der Text im Johannesevangelium: Jesus hauchte die Jünger an und sprach: empfangt den Heiligen Geist. Nur ein Hauch also! Wie schnell kann ich den überhören. Ein Hauch nur, aber etwas ganz Persönliches, mir zu gehaucht.

 

Zeit

Zeit um leer zu werden, Zeit um still zu werden, Zeit um zu hören und zu empfangen. Die Jünger warten nach der Himmelfahrt Christi 10 Tage in Jerusalem. Auch wir können den Geist Gottes nicht gleich jetzt und hier und heute erwarten und uns dann anderen Dingen zuwenden, wenn es nicht so läuft, wie wir es uns wünschen. Wir müssen uns Zeit nehmen, um dem Heiligen Geist Zeit zu lassen.

Denn er weht, wann er will und nicht nur, wo er will.

 

Leere, Stille, Zeit - und dann?

Vielleicht ist es an der Zeit, auch oder gerade in unserer Kirche dem Heiligen Geist eine Chance zu lassen anzukommen. Es ist an der Zeit, bestimmte Vorstellungen zu leeren und festgefahrene Strukturen zu überdenken. Es ist an der Zeit, still zu werden und den Worten Jesu und seinem Willen Raum zu geben. Es ist an der Zeit, uns die Zeit zu geben, in der der Heilige Geist wirken kann.

Der Herr hat ihn verheißen als Beistand und Begleiter, der mit uns geht auf den Wegen unseres Lebens. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.

 

Leere, Stille, Zeit - für eine Therapie sind das Grund-Wörter, weil sie den Grund legen für ein Heilwerden.

 

Leere, Stille, Zeit - das sind Schritte auf Pfingsten zu, auf den Grundstein einer geistdurchwirkten Kirche.

 

Geistdurchwirkte Tage wünsche ich Ihnen alle! Ihr Pfr. M. Scheifele


Geistliches Wort zum Reformationsjubiläum:

Du bist aller Dinge frei bei Gott durch den Glauben, aber bei den Menschen bist du jedermanns Diener durch die Liebe.


Geistlicher Impuls zum Reformationsjubiläum

 

Es war ein wunderlich Krieg,

Da Tod und Leben rungen:

Das Leben behielt den Sieg,

Es hat den Tod verschlungen.

 

Die Schrift hat verkündet das,

wie ein Tod den andern fraß;

Ein Spott aus'm Tod ist geworden

Halleluja

 

Martin Luther


Geistliches Wort zum Reformationsjubiläum von Martin Luther:

 

Die Geburt Jesu in Bethlehem ist keine einmalige Geschichte, sondern ein Geschenk, das ewig bleibt.

 


Geistlicher Impuls zum Reformationsjubiläum von Martin Luther:

 

Der Glaube bringt den Menschen zu Gott, die Liebe bringt ihn zu den Menschen. - … Daher ist der Glaube der Anfang aller guten Werke.


Fastenzeit – vorösterliche Bußzeit: Von Gott gerufen

 

Von den frühen Zeiten der Kirche an sind die 40 Tage der Fastenzeit eine Zeit des Weges mit Jesus nach Jerusalem, eine Zeit der Vorbereitung auf die Taufe, die in der Osternacht gespendet wird.

Die Sonntagsevangelien der Fastenzeit im jetzigen Lesejahr A sind Schritte einer alten Hinführung zu diesem Sakrament des Christ-werdens. Vom Berg der Versuchung (Mt 4,1-11) über den Berg der Verklärung (Mt 17,1-9) führt der Weg zum Brunnen, an dem Jesus der Samariterin begegnet (Joh 4,5-,12), und dann zur Begegnung mit dem Blinden, dem Jesus die Augen öffnet (Joh 9,1-41). Von der Versuchung zu dem Licht-Blick (Verklärung), zu dem lebendigen Wasser und zu der erleuchtenden Tat geht der Weg weiter zum Grab des Lazarus, an dem Jesus das Zeichen neuen Lebens setzt in der Auferweckung seines Freundes (Joh 11,1--14), -Hosianna- und .Kreuzige ihn. des Palmsonntags (Mt 21,1-11 und Mt 26,14-27,66) eröffnen die große Heilige Woche mit Abendmahl, Leiden und Sterben des Herrn bis hin zur Feier des neuen Lebens in der Osternacht. - Der Mensch, der zum Christsein berufen ist, geht mit Jesus nach Jerusalem, taucht mit ihm ein in das Dunkel des Todes (seine eigenen Abgründe), um von Christus, dem auferstandenen Menschenfischer herausgezogen- zu werden zum unvergänglichen Leben mit IHM in Fülle. Das wird in der Taufe deutlich durch das Eintauchen ins Wasser und das Auftauchen ins Leben.

Wüste, Berg, Wasser, Licht, Brot, Wein, Kreuz sind Urbilder auf diesem Weg zum österlichen Leben und geben der Fastenzeit ihr eigenes Gepräge. Der Weg durch die Fastenzeit soll unser Herz weit machen, damit das Leben aus der Taufe in uns erneuert und ansteckend wird. So werden wir von Gott gerufen und sind zum Christsein berufen.Entnommen aus: Hrsg.: Bischof F.-J. Bode: Zeit mit Gott, I., Stuttgart 2005, S.224-226

 

Gebet aus Burkina Faso    (entnommen aus: Gebete der Völker, St. Ottilien, 2013)

Herr, mein Gott!

Wie der Fisch nicht ohne Wasser leben kann, so kann ich nicht ohne dich leben. Du hast mich erschaffen, du erhältst mein Leben.

Ja! Ich freue mich zu leben, auch wenn ich mit Güte nicht gesegnet bin. Ich habe keine Schuhe an den Füßen, aber ich freue mich, dass ich gehen, springen und tanzen kann. Vor allem freue ich mich, dein Kind zu sein, in mir den Hauch göttlichen Lebens zu tragen, deinen Heiligen Geist. Du willst in mir leben, Gast sein bei mir. Von ganzem Herzen danke ich dir für diese Ehre, für diese Freude.


Biblische Grundlagen

 

Jesus selbst hat uns durch sein Leben und durch die frohe Botschaft die Barmherzigkeit des

himmlischen Vaters vor Augen gestellt. Ja, er – seine Hingabe am Kreuz – ist

das Werk der Barmherzigkeit schlechthin!

Dann denken wir besonders an das Gleichnis vom verlorenen Sohn und vom barmherzigen Vater

(Lk 15). Uns allen gibt der Herr den Auftrag: “Seid barmherzig, wie es auch Euer

Vater ist” (Lk 6,36).

Gott ist ganz Heiligkeit, ganz Gerechtigkeit, ganz Barmherzigkeit. Das Herz Gottes ist in

sich vollkommen, aber doch vom Elend der Menschen angerührt, und er kommt ihnen

in Jesus Christus zu Hilfe. So sollen auch wir uns anrühren lassen von den

Nöten der Menschen und Barmherzigkeit üben. Im Üben der Barmherzigkeit werden

wir in besonderer Weise gottähnlich und können füreinander “Abglanz der Liebe

Gottes sein”.

Weil Gott barmherzig ist, darum müssen auch wir barmherzig sein. Zudem sagt uns Jesus in

der Bergpredigt, dass wir selber in dem Maße die Barmherzigkeit Gottes erfahren

und glücklich sein werden, in dem wir selbst bereit sind, Barmherzigkeit zu

üben: “Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden”(Mt 5,7).

Die zweifache Siebenzahl der leiblichen und geistigen Werke der Barmherzigkeit hat sich im

Leben der Kirche herausgebildet, als Ausdruck eines Lebens aus der barmherzigen

Liebe des Herzens Jesu, eines Lebens, das die vom Herrn empfangene Liebe an die

Mitmenschen weitergibt. Sie sind konkrete Beispiele, wie wir auf die Nöte der

Menschen antworten können.

Sie sind nicht ausschließlich zu verstehen, nicht so, dass sich unser ganzes Tun der

Nächstenliebe auf die ausdrücklich genannten Werke der Barmherzigkeit

reduzieren ließe. Man könnte die insgesamt 14 Werke der Barmherzigkeit auch

erweitern und ergänzen. Doch weil die Sieben als geheiligte Zahl galt, hat man

sich mit der Aufzählung von zweimal sieben Werken der Barmherzigkeit begnügt.

Sie zeigen, welche Werke dem Geist Christi besonders angemessen sind und wie

wir auch heutzutage immer wiederkehrenden Leiden und Bedürfnissen der Menschen

Abhilfe verschaffen können.

So sagt auch der Katechismus der Katholischen Kirche in der Nr. 2447 über die Werke der

Barmherzigkeit: „Die Werke der Barmherzigkeit sind Liebestaten, durch die wir

unserem Nächsten in seinen leiblichen und geistigen Bedürfnissen zu Hilfe

kommen. Belehren, raten, trösten, ermutigen sowie vergeben und geduldig

ertragen sind geistliche Werke der Barmherzigkeit. Leibliche Werke der

Barmherzigkeit sind vor allem: die Hungrigen speisen, Obdachlose beherbergen,

Nackte bekleiden, Kranke und Gefangene besuchen und Tote begraben. Unter diesen

Werken ist das Almosenspenden an Arme eines der Hauptzeugnisse der Bruderliebe;

es ist auch eine Gott wohlgefällige Tat der Gerechtigkeit: „Wer zwei Gewänder

hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle

ebenso” (Lk 3,11).

Pfarrer Peter G. Marx


Lästige geduldig ertragen

 

„Kann man sein Kleingeld eigentlich noch langsamer zählen, als die da vorne an der Kasse?“ „Also, wenn der da vor mir noch lahmer fährt, muss ich aussteigen und anschieben!“ 

 

Womöglich kommen auch Ihnen solche oder ähnliche Gedanken bisweilen, wenn Ihnen jemand auf die Nerven geht. Es geht nicht schnell genug voran, jemand beansprucht unsere Zeit übermäßig, ist uns lästig. Und solche Leute sollen wir geduldig ertragen? Das ist doch zu viel verlangt! Auch das 6. geistliche Werk der Barmherzigkeit fordert uns heraus! Wie gerne hätten wir es doch, dass die Dinge so laufen, wie wir es uns wünschen. Alles soll auf unsere Bedürfnisse abgestimmt werden. Damit aber stellen wir uns, unsere Wünsche, Pläne und Vorstellungen in den Mittelpunkt, wo dann aber – bitteschön!- nichts anderes dazu zu kommen hat.

 

Aber vielleicht sind es nicht immer die anderen, die eine Last sind, sondern wir selbst sind das Problem. Hätte ich genug Zeit eingeplant, würde mir das Kleingeldzählen an der Kasse oder der langsame Autofahrer nicht auf die Nerven fallen. Vielleicht sind meine Bedürfnisse nicht die Richtschnur, an der sich alle zu messen haben. Damit soll nicht gesagt sein, dass man alles stillschweigend hinnehmen muss und niemals etwas sagen darf, wenn uns etwas lästig ist. Aber manchmal, so scheint es mir, sind wir selbst das Problem, sind wir selbst uns lästig. Wenn wir das erkannt haben, können wir entweder unser Verhalten ändern und mehr Zeit einplanen oder uns selbst mit dieser lästigen Eigenschaft geduldig ertragen.   

 

Pastoralreferent Raphael Maier

 

 


Nimm dir Zeit…

 

um zu arbeiten, es ist der Preis des Erfolges

 

…um nachzudenken, es ist die Quelle der Kraft

 

…um zu spielen, es ist das Geheimnis der Jugend

 

…um zu lesen, es ist die Grundlage des Wissens

 

…um freundlich zu sein, es ist das Tor zum Glück

 

…um zu träumen, es ist der Weg zu den Sternen

 

…um zu lieben, es ist die wahre Lebensfreude

 

…um froh zu sein, es ist die Musik der Seele

 

 Aus Irland


Geistliches Werk der Barmherzigkeit: Beleidigern gerne verzeihen

 

Jeder Christ kennt den Anspruch Jesu, siebzigmal siebenmal zu verzeihen, und weiß, wie schwer es fällt, diesen hohen Anspruch im Alltag einzulösen.

Verzeihen bedeutet vielerlei: erlittenes Unrecht nicht entgelten, es einem nicht krummnehmen, loslassen, jemanden freisprechen, nicht grollen oder mit Strafe reagieren, mit anderen neu anfangen.

Es gibt wahrscheinlich täglich Anlässe, wo es darum geht, anderen und sich selbst zu verzeihen. Die sieben geistlichen Werke der Barmherzigkeit nennen im Zusammenhang des Verzeihens speziell die barmherzige

Tat, Beleidigern gerne zu verzeihen!

Dieses Werk provoziert, zumal es da heißt, dass wir Beleidigern nicht nur verzeihen, sondern gerne verzeihen

sollen. Wird da nicht ein bisschen zu viel verlangt?

Die Psychologie versteht unter einer Beleidigung eine Aussage oder Handlung, die negative Gefühle in Menschen hervorrufen, weil ein Mensch sich durch sie in seinem Ego, seiner Ehre oder seinem Status missachtet

oder heruntergesetzt fühlt. Ich selber ertappe mich zuweilen, wie meinem „Ich“ die Aussage oder Geste eines anderen zu schaffen macht.

Manchmal muss ich im Rückblick aber feststellen, dass eine solche Aussage gar nicht beleidigend gemeint war. Vermutlich ist es auch so, dass Menschen, die bewusst beleidigen, sich letztlich selbst in ihrer Ehre abwerten.

Jemandem gerne zu verzeihen, der mit Worten und Gesten verletzt, das ist eine Fähigkeit, die wir vermutlich immer wieder neu einüben müssen.

Und: Je älter ich werde, desto bewusster wird mir, dass es sich um eine Gabe handelt, die uns im Gebet

geschenkt wird. Wer betet, bindet sich an Gott und wer betet, kann innerlichfrei werden von Beleidigungen, die ihm im Alltag widerfahren.

Beleidigungen sind emotionale Kränkungen und könnennach § 185 StGB strafbar sein. Wohl also denen, die beleidigen und nicht angezeigt werden.

Wohl vor allem dem, der durch Beleidigungen nicht die innere Souveränität verliert. Wohl auch dem, der nicht beleidigen muss, um sein Ego auf Kosten anderer künstlich aufzublähen und wohl allen, die Beleidigungen nicht einfach runterschlucken,sondern mutig thematisieren oder sie gar im Gebet bei Gott ablegen, damit sie

leichter leben.

 

Diakon Markus Schwer


Osterbitte

Großer Gott, du machst Wunder wahr:

Du erweckst Tote zum Leben,

du veränderst die Verhältnisse

und stellst sie auf den Kopf.

 

So bitten wir um österliche Hoffnung für alle,

die vom Tod betroffen sind.

Wir bitten um österlichen Trost für alle, 

die verzweifelt sind.

Wir bitten um österliches Leben für alle,

die krank sind und die im Sterben liegen.

Wir bitten um österliche Freude für alle, 

die unter der Last von Verfehlung und Schuld leiden.

 

Wir bitten um österliches Glück für alle, die das Leben teilen,

 Eltern und Kinder, Paare, Gemeinden und Kirchen.

Wir bitten um gelingendes Leben für alle, 

die in diesen Österlichen Tagen getauft werden.

Wir bitten um österliche Bewahrung für alle, 

die uns das Leben liebenswert machen.

 

Christus du bist auferstanden!

Komm in unsere Mitte, schenke uns Deine Freude!

Gib uns deine Liebe, teile mit uns dein Glück, 

bleibe bei uns, heute und alle Tage, 

 

bis ans Ende der Welt! Christiane Nolting

 


Menschen, die aus der Hoffnung leben, sehen weiter.

Menschen, die aus der Liebe leben, sehen tiefer.

Menschen, die aus dem Glauben leben, 

sehen alles in einem anderen Licht.

 

Lothar Zenetti

 


 

Advent – Zeit der Veränderung


Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie haben eine Verabredung mit jemandem. Sie warten in

einem Restaurant. Schon oft sind Sie sich begegnet, bei der Arbeit, beim Sport, beim Musikverein

und auch schon sonntags im Gottesdienst. Sie haben sich noch nie richtig wahrgenommen. Doch

heute soll sie stattfinden: die erste richtige Begegnung. Sie warten, Sie sind nervös, prüfen immer

wieder, ob die Frisur und die Kleidung sitzen. Sie mussten und Sie wollten sich auf diese Verabredung

vorbereiten.

Allein dieses Warten auf den Moment der Begegnung, die Vorbereitung darauf, das hat Sie bereits

verändert.

Der Advent, die Zeit des Wartens und der Vorbereitung, ist an sich genauso zu sehen: es ist eine Zeit,

die verändert, weil da einer mit mir eine Verabredung hat und in mir geborenwerden will.


Ein besonderes Gefühl!

(nach Rainer M.Schießer, St. Benno-Verlag)


 

Wenn wir uns allem, was existiert,

innerlich verbunden fühlen,

werden Genügsamkeit und Fürsorge

von selbst aufkommen.

 

(Papst Franziskus, Enzyklika Laudato Si)

 


Impuls Segnungsgottesdienst 11.10.15:


Geborgen in großen, tragenden Händen. Ein Gesicht, das ruhig lächelt und Zufriedenheit ausstrahlt. Vertrauen vermittelt dieses Bild, ein „Ich werde gehalten.“ Die eine Hand trägt, die andere streichelt, das ist noch mehr als gehalten werden: Wohlergehen, Fürsorge, Halt, jemand sorgt dafür, dass es mir gut geht.

Gott trägt mich durch das Leben, komme, was wolle:

Du hast mich eingezeichnet

in Deine Hand

Damit Du mich nicht vergisst

Damit Du mir immer nahe bist

Ich bin eingezeichnet

in Deiner Hand

Damit ich Dich nicht vergesse

Damit ich Dir immer nahe bin

 

Sieger Köder


Du, den wir die Kraft des Lebens nennen,
bist helfend und bewahrend bei uns gewesen,
als unser Kind geboren wurde.
Du, den wir den Schutz des Lebens nennen,
sei bergend und behütend bei uns,
wenn es nun aufwächst und groß wird.
Du, den wir das Ziel des Lebens nennen,
zeige uns und unserem Kind den Weg,
der zum Glauben an dich führt.


„Bindet ihn los, der Herr braucht ihn!“

 

Diesen Satz haben sich die zehn PastoralassistentInnen, die dieser Tage beauftragt wurden, zum Motto genommen.

Sie alle kennen ihn sicher aus dem Palmsonntagsevangelium: Jesus möchte auf einem Esel nach Jerusalem hineinreiten und beauftragt zwei Jünger, einen Esel im nahegelegenen Dorf loszubinden und dem Eigentümer zu sagen: „Der Herr braucht ihn“.

Uns PastoralassistentInnen gefällt an der Erzählung besonders der Gedanke, dass Jesus Träger braucht, auch heute noch, die seine frohe Botschaft in die Welt tragen. Und Träger seiner Botschaft, das sind wir alle: Hauptamtliche wie Ehrenamtliche, überall dort, wo wir aus christlicher Überzeugung handeln und von ihm erzählen. Uns dabei allerdings auch nicht zu wichtig zu nehmen, daran erinnert uns das Bild des Esels.

Stark ist für uns auch die Aussage: „Bindet ihn los“!

Die Zusage Jesu, dass er uns Menschen befreien will von allem, was uns hindert, uns schwerfällt, uns zurückhält. Er bestärkt uns mit seiner Zusage, bei uns zu sein und traut uns etwas zu!

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine befreite Sommerzeit, in der Sie die ein oder andere Last des Alltags abwerfen und Kraft tanken können – Im Vertrauen darauf, dass Jesus selbst es ist, der uns losbindet und befreit.

 

Herzliche Grüße, Raphael Maier, Pastoralassistent


Gott in der Nudelschlange

 

Da stand ich doch kürzlich beim Italiener in der Nudelschlange und hatte eine Begegnung mit Gott. Also eher mit einem Zitat über ihn. Auf einer bunten Tafel standen allerlei Sinnsprüche und direkt über dem Nudelkoch las ich: "Wenn Gott den Menschen wirklich nach seinem Abbild geschaffen hat, dann muss er jetzt tief enttäuscht sein."

Klar: Der Mensch macht Fehler. Immer wieder. Dennoch halte ich dagegen: Ich glaube nicht, dass Gott von uns enttäuscht ist.

Denn jeder Enttäuschung geht ja erstmal eine Täuschung voraus. Das Gott sich immer wieder aufs Neue täuscht – in jedem Menschen, zu allen Zeiten – das ist für mich schwer vorstellbar. Ich denke, dafür kennt er uns zu gut. Er weiß, dass wir nicht perfekt sind – weil wir freie Menschen sind. Perfekt sind Maschinen, Menschen nicht. Und das ist gut so.

Für mich ist Gott eher ein geduldiger Optimist, als ein ewig Enttäuschter. Das finde ich sogar in der Bibel.

Vor ein paar Jahren fiel mir ein Text von Peter Reid in die Hände, da zählt er einige der Unperfekten aus der Bibel namentlich auf. Dort heißt es:  

Abraham war zu alt…
Moses stotterte…
David hatte eine Affäre…
Jona lief vor Gott weg…
Petrus verleugnete Christus…
Die Jünger schliefen beim Beten ein…
Die samaritische Frau war geschieden… mehr als einmal…
Und dennoch: Gott hat Geschichte mit ihnen geschrieben. Und ich glaube, er schreibt sie weiter. Mit jedem von uns.

 

 Michaela Bans